die katholische Soziallehre
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Reflexionen
2. Kapitel: Die Sendung der Kirche und die Soziallehre
Option für die Armen, ein religiöser Begriff
Paloma Fernández de la Hoz
Armut lässt kaum jemanden kalt. Vielmehr ist sie eine aktivierende Realität, die zum Handeln aufruft.
Gefährliche Worte
Wer von Armut redet, darf nie den eigenen sozialen Kontext vergessen, in dem er/sie lebt und der die eigenen politischen Vorstellungen prägt, sondern muss sich der eigenen Interessen vielmehr so bewusst wie möglich werden. Sonst wird jegliche Reflexion über die Armut und die Menschen, die unter dieser leiden, schnell zu einer Ideologie, d.h. zur bewussten oder unbewussten Verteidigung eigener – großer oder kleiner – Privilegien.Menschen, die auf der Sonnenseite dieser Erde leben, laufen besonders Gefahr, vergesslich, mut- oder einfach tatenlos zu werden. Aus der Überzeugung, dass Armut bekämpft werden kann und muss, entstand die Option für die Armen. Historisch gesehen ist dieser ein religiöser Begriff, der aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie hervorging . „Optar“ heißt auf Spanisch sowie in den anderen romanischen Sprachen „sich für etwas entscheiden“. Es geht um ein Jawort, das gerade deshalb in der Folge unweigerlich zu Nein-Worten führt. Es geht auch um eine vitale, nicht um eine theoretische oder bloß intellektuelle Entscheidung. Wer sich für die Armen entscheidet, setzt sich aus: „Wer sich für die Armen entscheidet, entscheidet sich auch gegen die Faktoren, Strukturen und Systeme, welche die Armut der Armen verursachen und diese daran hindern, in Würde als Gotteskinder, Brüder und Schwestern zu leben“ . Die derzeitige Ausweitung der Gräben zwischen Armen und Reichen weltweit sowie die sozialen Polarisierungs-prozesse innerhalb Österreichs und der Europäischen Union machen die Frage nach den Armen unumgänglich. Die Option für die Armen ist nach wie vor aktuell, wird aber immer wieder direkt oder indirekt in Frage gestellt. Deshalb warnen VertreterInnen der Befreiungstheologie immer wieder vor der Gefahr, dieser ihre Schärfe zu nehmen, indem der Begriff etwa mit Beifügungen wie „vorrangig“ ergänzt wird – als wäre eine Option dasselbe wie eine Präferenz – (Pedro Casaldáliga) oder indem diese Option mit pastoralen Prioritäten verwechselt wird, z. B. „Option für die Armen und für die Jugend“ (J. L. Segundo.)
Weitere Reflexionen
Die sechs Jesuiten, die - zusammen mit Frau Julia Elba Ramos und ihrer 15. jähriger Tochter Celina - am 16. November 1989 in San Salvador ermordet wurden (Quelle: AMDG)
Interview mit Willi Knecht "Cajamarca als Exempel" Quelle: Cajamarca
Ignacio Ellacuría, analizando la pobreza y la exclusión (1987-1988)
>>> Parte I de 2
>>> Parte 2 de 2 (Audiovisuales UCA bei Youtube)
Bischof Erwin Kräutler Glaubenssachen: Die Kirchensendung (DW-TV auf Youtube)
Audio-, Videothek, Dokumente
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