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           Zitate

 

zum 4. Kapitel: Die Prinzipien der Soziallehre der Kirche (2)

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Beteiligung der Benachteiligten

(189) Es ist „unumgänglich, die Beteiligung vor allem der eher Benachteiligten und den Wechsel in der politischen Führung zu begünstigen, um zu verhindern, dass sich verborgene Privilegien
etablieren.“

Auf dem Weg zur Einheit der Menschheit

 

(192) „Die Solidarität bringt die angeborene Sozialität der menschlichen Person, die Gleichheit der Würde und der
Rechte aller sowie den gemeinsamen Weg der Menschen und Völker zu einer immer festeren Einheit in besonderer Weise zur Geltung.“

Hilfe zur Selbsthilfe

 

(186) „’Wie das, was von einzelnen Menschen auf eigene Faust und in eigener Tätigkeit vollbracht werden kann, diesen nicht entrissen und der Gemeinschaft übertragen werden darf, so ist es ein Unrecht und zugleich ein schwerer Schaden und eine Störung
der rechten Ordnung, das auf eine größere Gemeinschaft zu übertragen, was von kleineren und niedrigeren Gemeinschaften erreicht und geleistet werden kann; denn jede gesellschaftliche Tätigkeit muss ihrem Wesen und ihrer Natur nach den Gliedern des gesellschaftlichen Leibes Unterstützung leisten, darf sie aber niemals zerstören und aufsaugen.’
(Pius XI., Enzyklika Quadragesimo anno 23, 1931)
 
Aufgrund dieses Prinzips müssen alle Gesellschaften höherer Ordnung den niedrigeren gegenüber eine Haltung der Hilfeleistung (‚subsidium’) - also der Unterstützung, Förderung und Entwicklung – einnehmen.“

Wahrung der Eigenständigkeit

 

(187.1) „Das Subsidiaritätsprinzip schützt die Personen vor dem Missbrauch der übergeordneten gesellschaftlichen Institutionen und fordert die letztgenannten dazu auf,
den einzelnen Individuen und den mittleren Körperschaften bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu helfen. Dieses Prinzip ist deshalb notwendig, weil jede Person, jede Familie und jede mittlere Körperschaft der Gesellschaft etwas Ureigenes anzubieten hat.“

Gegen Politikverdrossenheit

 

(191) Beteiligung erfordert „Erziehung und Information. In dieser Hinsicht erfordern alle Haltungen besondere Aufmerksamkeit, die den Bürger zu
unzulänglichen oder unrichtigen Formen der Beteiligung verleiten und zu einem weit verbreiteten Desinteresse an allem, was den Bereich des sozialen und politischen Lebens betrifft – man denke etwa an die Versuche der Bürger, mit den Institutionen die günstigsten Bedingungen ‚auszuhandeln’ und diese damit in den Dienst ihrer eigenen egoistischen Interessen zu stellen, und an die Praxis, sich auf die Ausübung des Wahlrechts zu beschränken und manchmal nicht einmal von diesem Gebrauch zu machen.“

Für Strukturen der Solidarität


 

(193.2) „Die Solidarität muss vor allem in ihrer Bedeutung als soziales Ordnungsprinzip der Institutionen begriffen werden, auf dessen
Grundlage die ‚Strukturen der Sünde’, die die Beziehungen zwischen Personen und Völkern beherrschen, durch die Schaffung oder die angemessene Veränderung von Gesetzen, Marktregeln, und Normierungen überwunden und in Strukturen der Solidarität verwandelt werden müssen.“

Prinzipien und Werte

 

(197) Werte erfordern „sowohl die praktische Umsetzung der Grundprinzipien des gesellschaftlichen Lebens wie auch die persönliche Übung der Tugend und folglich der den Werten selbst entsprechenden moralischen Einstellungen.“

Gerechtigkeit ist mehr als Konvention

 

(202) „Die Gerechtigkeit ist nicht einfach eine menschliche Konvention, denn was ‚gerecht’ ist, wird in seinem Ursprung nicht vom Gesetz bestimmt, sondern stammt aus der Tiefe der
menschlichen Identität.“

Grundlagen des guten Zusammenlebens

 

(205) „Das menschliche Zusammenleben ist geordnet, bringt Gutes hervor und entspricht der Würde des Menschen, wenn es sich auf die
Wahrheit gründet; es vollzieht sich in Gerechtigkeit, das heißt im wirklichen Respekt vor den Rechten und in der treuen Erfüllung der jeweiligen Pflichten; es wird in der Freiheit verwirklicht, die ein Teil der Würde des Menschen ist, wenn dieser sich von seiner eigenen rationalen Natur dazu drängen lässt, Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen; es wird von der Liebe beseelt, die uns die Bedürfnisse und die Nöte der anderen als unsere eigenen empfinden und die Gemeinschaft der geistigen Werte sowie den Eifer, mit dem wir uns um die materiellen Notwendigkeiten kümmern, immer stärker werden lässt.“

Soziale Liebe


(208) „Die soziale und politische Liebe erschöpft sich nicht in den zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern entfaltet sich in dem Netz, in das diese Beziehungen hineingeflochten sind, nämlich der sozialen und politischen
Gemeinschaft, und wirkt im Sinne des für die Gemeinschaft in ihrer Gesamtheit erreichbaren Wohls auf diese ein.“
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